THE BIG SHOW CXCV

Ein echter und ein moralischer deutscher Weiterkommer in der Champions League – und auch in den David-Alaba-Studios herrscht Aufbruchstimmung. Wenn auch nur Richtung Schleißheimer Straße, wo wir Jonas Friedrich (SKY) wiedersehen werden, der im Moment in Sachen VfB bruddelt. Tom Bayer (SKY) ordnet mit Andreas Renner (SKY) indes die Ereignisse zwei Etagen höher ein, also dort, wohin der Effzeh eigentlich gehört: in die Champions League. Was den Kölner dazu noch fehlt, wissen Christian Sprenger (DFL) und Thomas Wagner (SKY). Spannung dürfte das fehlende Element in der Formel-1-Saison auch 2015 sein, Christian Nimmervoll (formel1.de) und Stefan Heinrich (Motors TV) versuchen sich dennoch daran, den Start in Melbourne im besten Licht zu sehen. Wie viel Licht der Report über Dopingpraktiken in Frankreichs Rugby-Sport gebracht hat, darüber diskutieren Nicolas Martin (GFL-TV) und Manuel Wilhelm (totalrugby.de), während sich André Voigt (FIVE) in Dallas der uahlreichen Schwächen der Mavericks annimmt. Welches NFL-Team sich via Free Agency verstärkt hat, darüber bricht Heiko Oldörp (DPA) den Stab. Keine Schwächen zeigen auch die German Power Rankings, Michael Körner (Sport1) ist allerdings nicht mit jeder Nominierung einverstanden. Richtig gewählt hat schließlich Daviscup-Kapitän Michael Kohlmann, so zumindest die Analyse von Felix Grewe (Tennismagazin), Marcel Meinert (SKY) und Sascha Bandermann (Sport1). Den richtigen Anfahrtsweg gewählt hat: Oliver Faßnacht (Eurosport).

4 Kommentare

  1. Zwei Anmerkungen:

    – Es ist völlig richtig, dass bezüglich des Fehlverhaltens einiger Fußballzuschauer keine Relativierungen oder Bagatelleisierungen akzeptiert werden sollten. Niemals.

    Genauso wenig ist es aber zielführend in Alarmismus zu verfallen. Wer behauptet, die Vorfälle in den deutschen Stadien nähmen qualitativ und quantitativ zu, der redet – mit Verlaub – Unfug. Jedenfalls wenn er nicht nur einzelne Spieltage vergleicht sondern mittel- oder gar langfristig drauf schaut. Und das ist dann schade, weil man sich den Relativierern gegenüber damit angreifbar macht. Unnötig angreifbar macht.

    – Es mag richtig sein, dass das regelmäßige frühe Aus von ManCity in der Champions League sehr viel mit deren Losglück zu tun hat. Man darf aber nicht vergessen, dass sich ganz andere Gegner ergäben, würden die es irgendwann ein Mal schaffen, spaßeshalber Erster in der Gruppenphase zu werden. Wobei sie es ja gerne nicht mal schaffen zweiter zu werden, aber das ist ein anderes Thema.

    Jedenfalls gehören genau diese Zulosungen zu Barcelona zu der unglaublichen Misserfolgsgeschichte der Investoren aus Abu Dhabi. Was die da an Geld drauf geworfen haben, das dann im Verhältnis zum internationalen, nunja, Erfolg zu sehen; es ist für die hämischeren Gemüter unter uns einfach klasse.

  2. Das Thema RB Leipzig wird hier leider nur angeschnitten, denn es wird nur auf die Aktionen einiger Karlsruhe eingegangen. Auch auf die Kritikpunkte, die sehr viele Fußballfans gegen RB haben, findet sich hier kaum eine Anmerkung.

    In der Diskussionsrunde wird vergessen, dass Red Bull vor einigen Jahren in Österreich einen ganzen Klub platt gemacht hat mit Austria Salzburg. Auch wenn das lange her ist muss man das nicht akzeptieren, gerade die Österreicher hier bei SR360.

    Mateschitz hat damit den Lebensinhalt von tausenden Fußballfans weggenommen, zumindest vorübergehend, denn die Austria hat sich ja neu gegründet. Ich – obwohl nichts mit der Austria am Hut – kann solch ein Vorgehen nicht verzeihen, tut mir Leid. Es hätte theoretisch auch meinen Klub treffen können. Wie man mit dem Hintergrund Respekt bzw. Anerkennung für Red Bulls Sportvereine hegen kann, ist mir schleierhaft.

    Eine weitere Anmerkung: Das beim Fußball Gegenstände auf das Spielfeld fliegen hat in den 70er und 80er Jahren niemanden sonderlich interessiert, aber seitdem der Fußball ein solch breites Medieninteresse erfährt, sind solche Vorkomnisse immer ein Riesenthema… genauso verhält es sich beim Thema Pyrotechnik.

    Wurde in den 80ern Pyrotechnik gezündet – “südländische Atmosphäre”, welche Sprüche heutzutage kommen ist ja bekannt…

    Das ist doch alles reine Panikmache, schade dass auch das Sportradio360 daran teilnimmt. Aber leider war es nicht anders zu erwarten, bei den vielen Sky-Kommentatoren, die natürlich alle 36 Profivereine irgendwie bedienen müssen, weil alles potentielle Kunden sind… die Sendung ist ansonsten super und ich bin auch Stammzuhörer, aber ein bisschen mehr Informationen einholen seitens der Gäste wäre bei Fanpoltischen Themen sinnvoller… es gibt sicherlich potentielle Gäste, die davon Ahnung haben und auch ohne Salär ein Viertelstündchen mit euch drüber plaudern würden! MfG

  3. Schön, dass hier mal diskutiert wird … Am besten fange ich mit der Antwort mal von hinten an:
    – Woher kommt eigentlich der Gedanke, dass unsere Gäste ein Salär beziehen? Seit nunmehr vier Jahren hat kein einziger Gast auch nur einen Cent bekommen, um sich netterweise an den Diskussionen zu beteiligen.
    – Dass sich die Allgemeinheit ein wenig sensibler hinsichtlich Pyrotechnik und anderen Dingen in den Stadien zeigt, sehen wir jetzt nicht als Verschlechterung an. Ich war beim letzten Bundesliga-Spiel von Sturm Graz in Innsbruck mit meinem Sohn im Sektor der Sturm-Fans, die noch vor Spielbeginn mehrere Rauchbomben gezündet haben. Der Mehrwert daraus erschließt sich mir nicht. Und dass auch in den 80er-Jahren Gegenstände auf das Spielfeld geflogen sind: stimmt. Das war damals schwachsinning und ist es jetzt immer noch.
    – Zum Thema Red Bull haben wir oft und ausführlich diskutiert. Das Leipziger Projekt hat unter unseren Stamm-Diskutanten sehr wahrscheinlich keine Mehrheit an Fürsprechern (spontan fallen mir da aus den Reihen der Kritiker die Namen Christoph Ruf (SZ) und David Nienhaus (DerWesten.de) ein). Muss es auch nicht. Ich persönlich finde es spannend.
    – Was Österreich anbelangt: Wenn meine Erinnerung nicht trügt, dann hat sich die Salzburger Austria in den späten Quehenberger-Jahren finanziell derart übernommen, dass der Verein vor dem Aus gestanden hat. Ob die damalige Clubführung die Tragweite des Einstiegs von Red Bull richtig vorhergesehen hat: eher nicht. Auf der anderen Seite sollten aber alle Fußball-Fans in Österreich, mit Ausnahme vielleicht jener in Ried, ein klein wenig Einkehr halten und vor ihrer eigenen Tür nach Dreck suchen. Die beiden großen Wiener Vereine werden seit Jahren von staatlichen oder städtischen Betrieben und also aus Steuergeldern gesponsert, was in Österreich offenbar niemanden stört, Rapid und der Austria aber einen Wettbewerbs-Vorteil, vor allem in puncto Langfristigkeit der Planungen, gegenüber eben Ried, Altach oder Sturm Graz gibt. Und weil wir gerade beim Dreckwegkehren und Sturm sind: Dass es diesen Verein in der ersten Liga noch gibt, ist auch nur einem hanebüchenen politischen Kraftakt zu verdanken, der den GAK unfreundlich verabschiedet und Sturm gerettet hat. Da hat sich auch mir als Sturm-Fan der Magen umgedreht. Und Sturm fragt immer noch gerne bei Herrn Stronach nach, wenn mal wieder ein Spieler nicht bezahlt werden kann. Und trotzdem werde ich morgen Nachmittag in Wals-Siezenheim mit schwarz-weißem Schal im Stadion sitzen.
    Grüße,
    Jens Huiber

  4. Hallo Jens,

    jetzt mal mit meinem richtigen Namen, danke für die Antwort. Vorab auch danke dafür, dass Kritik hier gehört wird! Bisher gab es für mich persönlich keinen Grund mal einen Kommentar abzusenden. Aber diese Big Show fand ich auch abgesehen vom Thema Rasenball dann doch etwas anders als die Anderen. Dazu gleich mehr.

    Meine Kritik bezieht sich auch einzig und allein auf fanpolitische Themen, bei Sportthemen, um die es hier logischerweise ja zu 98% geht, hatte ich persönlich noch nie etwas auszusetzen. Aber klar, da Fans, bzw. Aktionen von Fans auch irgendwie zum Sport dazugehören, ist es gut, dass ihr das hin und wieder mal besprecht.

    Ich finde dein Projekt klasse und bin wie schon geschrieben seit einiger Zeit Stammzuhörer, auch bei den Nuggets. Übrigens ist das “allesaussersport” zu verdanken, denn der hatte das Sportradio mal verlinkt. So, genug geschleimt.

    Zum Thema Salär und RB: Nein, das ist mir schon bewusst, dass hier keine Gäste etwas bekommen! Ich meinte damit nur, dass wenn eurerseits Interesse bestünde ernsthaft über Fanthemen zu sprechen, es sich auch in der Branche Leute finden lassen würden!

    Als objektiver Zuhörer achte ich schon auch darauf, WER zu WAS etwas sagt. Ich bin auch Sky-Abbonnent und halte die Kommentatoren für seriöse Berichterstatter, aber ich bezweifle schon, dass ein Sky-Kommentator wirklich Ahnung von der Fanszene hierzulande hat. Geschweigedenn, ob er wirklich besser weiß, was in diesem Hotel in Karlsruhe nun passiert sein soll, oder auch nicht? Ich möchte auch das Verhalten einiger Ultras, oder wie Sie sich auch nennen mögen, nicht bagatellisieren, aber laut Polizei kam es rund um das Spiel am Montag zu keinen strafrelevanten Verfehlungen.

    Viele Fußballfreunde haben einfach Angst, dass durch die Kommerzialisierung – mit RB eindeutig an der Spitze des Eisberges – der Volkssport Fußball langsam aber sicher stirbt. Aki Watzke hat es ja richtig formuliert. 3 Modelle (Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim) sind ja noch ok, aber wenn noch weitere dazustoßen kollabiert das System Bundesliga und das wars dann mit den Roadshows im Ausland. Bei Sky gibt es doch eindeutige Zahlen, wer dort Hoffenheim oder Wolfsburg (trotz der tollen Mannschaft) wählt und wer Dortmund oder Gladbach. Wenn das so weitergeht ist eher bald die 2. Liga die interessantere… leider fehlt dieser Weitblick den meisten.

    Pyrotechnik: Das Thema ist zu komplex. Es gibt auch keine Grundlage darüber zu diskutieren, weil es vom Gesetzesgeber verboten ist.

    Österreicher: Aber meinst du nicht, dass Red Bull da ganz andere Geldquellen zur Verfügung hat, als die Stadt Wien? Ich halte das für einen Mythos… Es gibt auch in Deutschland viele Traditionsclubs, die sich z. B. das Stadion von der jeweiligen Großstadt subventionieren lassen, ok, dass können Wolfsburg oder Leverkusen nicht, aber dafür können die in ihre Werks-Geldtöpfe einfach mal reingreifen und einen Spieler für 30 Millionen € holen! Immer ein zweischneidiges Schwert.

    MfG

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