THE BIG SHOW CCLXXVI

Wieder ein Jahr jünger ist er geworden, der Zapf Günter (Sport1). Aber im Gegensatz zu 2015 feiert die Legende nicht im Stadion an der Schleißheimer Strasse, sondern in den David-Alaba-Studios. Vor. Zu Feiern gibt es beim HSV nämlich zumindest einen neuen Trainer, Michael Born (SKY) begleitet dieses jährliche Ritual mit großer Aufmerksamkeit, während sich Alexis Menuge (L´Èquipe) in Hamburg ein Bild über das DFB-Team macht. Bilder deren viele schießt der Ruhrpoet David Nienhaus (Westline) in seinem Urlaubsdomizil in Kroatien, Ole Zeisler (NDR) muss indes mal wieder fußballbedingt in die Bütt. Ob Tyson Fury eben dieses im Boxring überhaupt noch anstrebt, daran hegt Tobias Drews (SAT1) berechtigte Zweifel. Stefan Heinrich (Motors TV) evaluiert derweil mit Christian Nimmervoll (formel1.de) nicht nur das Rennen um den WM-Titel der Formel 1, sondern mit Stefan Ehlen (motorsport.com) auch jenes um die Krone in der NASCAR Serie. Gekrönt haben sich die US-amerikanischen Golfer im Ryder Cup, Gregor Biernath (SKY) analysiert sportlich. Etwas emotionaler geht es Fellow Bostonian Heiko Oldörp an, und apropos Boston: Johannes Knuth (SZ) freut sich als Red-Sox-Sympathisant wie der Rest der Crew auf den Beginn der MLB-Playoffs. Und wer freut sich nicht auf die Rückkehr von Maria Sharapova? Marcel Meinert (SKY) vielleicht?

Ein Kommentar

  1. Ich will mich bestimmt nicht in die Diskussion “Darf man Fußball mögen ohne die Leipziger Red-Bull-Franchise abgrundtief zu hassen?” einmischen.

    Aber den Vergleich “Wie viel Mitbestimmung hat den ein einzelnes HSV-Mitglied bei der HSV Fußball AG?”, den finde ich unfair, Jens. Genauso könnte man fragen: Wie viel Mitbestimmung hat eigentlich ein einzelner Bundesbürger gegenüber der Bundesregierung?

    Trotzdem bezweifelt der denkende Teil von uns nicht grundsätzlich, in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen zu leben. Weil jede Handlung auch der Exekutive zumindest mittelbar demokratisch legitimiert ist.

    Und so ist es letztlich beim einzelnen HSV-Mitglied. Der sein demokratisches Mitbestimmungsrecht durch sein aktives und passives Wahlrecht in der Mitgliederversammlung des HSV e.V. ausüben kann, der wiederum als Mehrheitseigner der HSV Fußball AG ordentlich durchregieren kann.

    Man muss ja gar nicht zwingend der Meinung sein, dass Teilnehmer an der Bundesliga (und damit am Teil der Unterhaltungsindustrie namens Profifußball) unbedingt binnendemokratisch verfasst sein müssen (und wenn man dieser Meinung wäre, dann kann man ganz toll darüber streiten, wie sehr dies der Fall sein muss, aber das nur am Rande). Das dann so zu benennen (“Ist mir doch egal”) halte ich für völlig legitim. Kann man bestimmt sogar begründen.

    Was aber nicht geht: Verfechtern der Auffassung, Binnendemokratie müsse sein, damit entgegen zu treten, bei den anderen Proficlubs habe der einzelne Fan doch auch nicht mehr zu sagen. Denn Konstrukte wie die HSV Fußball AG besitzen eine gewisse binnendemokratische Legitimität und die Leipziger Red-Bull-Franchise nicht. Das ist eine Tatsache. Diese mit dem Hinweis auf den kleinen, machtlosen Einzelfan wegzuwischen ist schlechter Diskussionsstil. Und das bin ich von Dir nicht gewöhnt.

    Dabei könnte man gerade dies eigentlich so schön als Anlass zur Kritik am HSV nehmen: Mateschitz kann in Leipzig im Grunde treiben, was ihm beliebt (solange die Yoovidhyas damit einverstanden sind). Beim HSV ist das anders. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum man sich von einem geltungssüchtigen Kleinstadt-Tycoon und Minderheitsaktionär seit Jahren am Nasenring durch die Manege ziehen und irgendwelche völlig wirren Transfers aufdrängen lässt. Da muss man sich als absoluter Mehrheitseigner und dessen Vorstand auch mal hinstellen und sagen: Hey, super Idee, dass Du uns mit einem Darlehen aushelfen willst und ja, ist total großzügig. Aber wenn Du uns dafür vorschreiben willst, dass wir die Kohle für Spieler xy ausgeben müssen, dann behalte Dein Darlehen doch bitte.

    Da hilft einem die schönste Binnendemokratie nämlich nix, wenn man keinen Arsch in der Hose hat, um seine Rechte auch zu nutzen.

    Und was die “sonst ist der Verein doch längst am Ende”-Rhetorik angeht: Die Mitgliederversammlung des Haupteigentümers der – von mir präferierten – Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH hat im Frühjahr 2011 (die Älteren werden sich erinnern) die “Initiative Borussia”, welche die völlig unfähigen Eberl, Favre und deren Vorgesetzten durch echte Wirtschaftsfachleute, aufzutreibende Investoren und Stefan Effenberg ersetzen wollte, mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Das geht also schon. Man vergleiche, wohin sich Gladbach seit 2011 entwickelt hat und was in diesem Zeitraum beim HSV voran ging.

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